Beratung und Unterstützung für Geflüchtete sowie Migrantinnen und Migranten am KIT

Die Koordinationsstelle am KIT unterstützt Geflüchtete und Migrant*innen bei der Studienorientierung, Bewerbung und Integration ins Hochschulsystem. Sie bietet persönliche Beratung, Sprechstunden, Informationsveranstaltungen und muttersprachliche Unterstützung durch Studienbotschafter*innen. Durch Netzwerkarbeit und Verweisarbeit hilft sie dabei, passende Anlaufstellen in Karlsruhe und Umgebung zu finden.

Schwarzer Bogenlampenständer neben zwei schwarzen Stühlen und einem Pflanzenständer mit Topfpflanze vor weißen Gardinen. Pexels.com

Eine Anlaufstelle für Studieninteressierte und Studierende

Im Jahr 2016 hat das KIT eine eigene Stelle eingerichtet, die für die Integration von Menschen mit Fluchthintergrund zuständig ist. 2018 wurde der Zuständigkeitsbereich der Stelle auf Menschen mit Migrationshintergrund erweitert, die zunächst aus anderen Gründen nach Karlsruhe kamen (bspw. mitausreisende Ehepartnerinnen und -partner, Au-pair etc.) und die erst vor Ort anfangen, sich über ein Studium zu informieren.

Im Gegensatz zu regulären internationalen Studienbewerbenden, die sich in ihrem Heimatland bereits monate- oder jahrelang vorab über das deutsche Bildungssystem und die Hochschulen und Universitäten informieren und sich sprachlich vorbereiten, kommen Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte zunächst aus anderen Gründen nach Deutschland und benötigen entsprechend vor Ort eine umfassende und intensivere Beratung und Vorbereitung seitens der Universität. 

 

Beratungsangebote im Alltag

Bereits seit 2016 bietet die Koordinationsstelle zur Integration von Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten verschiedene Beratungsformate an. Die Koordinationsstelle ist im International Students Office (IStO) des KIT angesiedelt. 
Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Team Zulassung im IStO und zwei Studienbotschafter*innen werden studieninteressierte und studierende Geflüchtete sowie Migrantinnen und Migranten beraten. Die Beratung erfolgt sowohl per E-Mail und Telefon als auch in wöchentlichen Sprechstunden, die abwechselnd via Zoom oder in Präsenz stattfinden. Hin und wieder werden auch Sondertermine wie Informationsabende angeboten, teilweise in Zusammenarbeit mit der Abteilung Berufliche Ausbildung von PEBA.

Wer die Beratung nutzt

Wöchentlich erreichen das Funktionspostfach migrants∂intl.kit.edu durchschnittlich 5 bis 10 Erstanfragen. Die meisten Ratsuchenden stammen derzeit aus der Ukraine und Syrien, gefolgt von Menschen aus Afghanistan, dem Iran, der Türkei sowie einzelnen asiatischen, südamerikanischen und afrikanischen Herkunftsländern. 

Die Rolle der Studienbotschafter*innen

Eine zentrale Rolle spielen die beiden Studienbotschafterinnen und -botschafter: Eine arabischsprachige und eine ukrainischsprachige studentische Hilfskraft. Ihre muttersprachliche Beratung erleichtert die Informationsvermittlung erheblich, beugt Missverständnissen vor und ermöglicht kulturelle Vermittlung. Besonders für ukrainische Familien, die häufig gemeinsam zur Beratung erscheinen, ist das Angebot in der Muttersprache von großer Bedeutung – zumal ukrainische Schülerinnen und Schüler die Schule typischerweise bereits mit 16 oder 17 Jahren abschließen und somit meist minderjährig sind, während die Eltern oft nur begrenzt Englisch sprechen

Logo der Koordinationsstelle zur Integration von Geflüchteten, Migrantinnen & Migranten
Logo der Koordinationsstelle zur Integration von Geflüchteten, Migrantinnen & Migranten
Fünf Personen sitzen an einem runden Tisch im Freien und unterhalten sich Pexels.com

Mehr als Beratung: Begleitung und Vernetzung

Neben der individuellen Beratung unterstützen die Studienbotschafterinnen und -botschafter Teilnehmende mit Fluchthintergrund in den Sprachkursen des Studienkollegs, wirken an der Organisation von Veranstaltungen für internationale Erstsemester mit und sind dadurch frühzeitig als Ansprechpersonen präsent. Zudem vertreten sie das KIT auf Netzwerkveranstaltungen im Karlsruher Stadtgebiet, wie etwa beim Bündnis AniKA – Ankommen in Karlsruhe. Diese Netzwerkarbeit ist essenziell für den Austausch mit relevanten Akteurinnen und Akteuren und eine effektive Verweisberatung. 

Förderung, Programm und Perspektiven

Bis Ende 2025 konnten mithilfe von Stiftungsgeldern regelmäßig Studieninteressierte mit Fluchthintergrund in einem Gasthörendenprogramm am KIT gefördert werden; dies beinhaltete die Teilnahmen an einem Sprachkurs, die Nutzung der KIT-Bibliothek sowie ein studienvorbereitendes Programm mit interkulturellen Workshops und Orientierung auf dem Campus. Leider stehen mittlerweile keine Fördermittel mehr zur Verfügung. 
Neben Studieninteressierten und Studierenden werden immer wieder auch Akademikerinnen und Akademiker mit Flucht- oder Migrationsgeschichte begleitet, die sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt orientieren möchten. Nach ihrer Ankunft in Deutschland wissen sie oft nicht, wohin sie sich wenden können und nehmen daher Kontakt mit Universitäten auf, die ein „vertrauerter Hafen“ für sie sind. Mittels eines ausgedehnten Verweisberatungssystems können diese Personen an verschiedene Organisationen und weitere Anknüpfungspunkte in Karlsruhe und Umgebung vermittelt werden.

Kontakt und Unterstützung

QR-Code zu https://www.intl.kit.edu/migrants.php

Die Koordinationsstelle steht allen Studierenden und Mitarbeitenden des KIT sehr gerne für Fragen rund um die Themen Flucht und Migration zur Verfügung. Wir freuen uns auch, wenn ratsuchende Personen wie Studieninteressierte oder Studierende mit Fluchthintergrund zur gezielten Beratung an uns weiterverwiesen werden. Weitere Details und unsere Kontaktdaten finden sich auf unserer Webseite: https://www.intl.kit.edu/migrants.php